Immobilienwissen

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Rheinland-Pfalz: ein Überblick für Ihre Finanzierungsplanung

Zum Kaufpreis kommen beim Immobilienkauf Nebenkosten hinzu. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick, mit welchen Kostenpositionen Sie in Rheinland-Pfalz rechnen sollten, damit Sie Ihre Finanzierung realistisch planen können.

Grunderwerbsteuer als Kostenposition

Beim Kauf einer Immobilie fällt in der Regel Grunderwerbsteuer an. Den Steuersatz legt jedes Bundesland selbst fest; in Rheinland-Pfalz liegt er derzeit bei 5,0 Prozent. Die Steuer wird vom Finanzamt festgesetzt. Ob in Ihrem Fall Besonderheiten oder Ausnahmen gelten, klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung oder dem Finanzamt – Engel Immobilien leistet keine Steuerberatung.

Notar und Grundbuch

Die Gebühren für Notar und Grundbuchamt richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und hängen vom Kaufpreis und vom Umfang ab, zum Beispiel ob eine Grundschuld für die Finanzierung eingetragen wird. Als grobe Orientierung werden häufig rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises genannt. Eine genaue Kostenvorschau erhalten Sie beim Notariat.

Maklerprovision: seit 2020 geteilt

Beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher gilt seit dem 23. Dezember 2020 das Prinzip der Teilung nach §§ 656c und 656d BGB: Beauftragen beide Seiten den Makler, zahlen Käufer und Verkäufer jeweils denselben Anteil. Hat nur der Verkäufer beauftragt, darf er höchstens die Hälfte der Provision an den Käufer weitergeben – und der Käufer zahlt erst, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat.

Die Höhe der Provision ist gesetzlich nicht festgelegt, sondern frei verhandelbar. Sie steht im Exposé und im Maklervertrag.

Ein Rechenbeispiel

Für ein Einfamilienhaus zum Kaufpreis von 250.000 Euro könnte eine grobe Planungsrechnung so aussehen:

  • Grunderwerbsteuer (5,0 %): 12.500 Euro
  • Notar und Grundbuch (Annahme 1,8 %): rund 4.500 Euro
  • Maklerprovision Käuferanteil (Beispiel 3,57 % inkl. MwSt.): rund 8.925 Euro

Zusammen wären das etwa 25.900 Euro zusätzlich zum Kaufpreis. Das ist nur ein vereinfachtes Beispiel zur Orientierung; die tatsächlichen Beträge hängen vom Einzelfall ab.

Tipps für Käufer

Viele Banken erwarten, dass die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden. Klären Sie Ihre Finanzierung deshalb vor der ersten Besichtigung. Engel Immobilien nennt Ihnen bei jedem Angebot die anfallende Provision transparent und hilft bei Fragen zum Ablauf bis zum Notartermin.